"Bewegtbild ist heute ein Wissensmedium": 5 Fragen an Florian Kadelbach, Dozent und Experte für Instruktionsvideos
Technikredaktor, Weiterbildung, Dozierende, Berufsprüfung, Instruktionsvideos, KI, Zielgruppen, technische Texte, Nutzungsinformationen, Schreibwerkstatt, Visualsieren, Animation, digitale Bilder5 Fragen an Florian Kadelbach, Dozent und Experte für Instruktionsvideos im Modul I. Florian ist zudem Inhaber und Gründer der yntro GmbH. Florians Unterrichtstage sind im Modul I "Informationen visualisieren" integriert und unabhängig davon buchbar als 2-tägiger Praxis-Workshop am 26.-27. März 2026. Das ganze Modul I als Teil des Vorbereitungskurses "Technikredaktor:in mit Eidg. Berufsprüfung" startet am Freitag, 13. März 2026 und schliesst mit einer kurzen Praxisarbeit bis im Sommer ab.
Hier geht's zur Anmeldung für den Vorbereitungskurs Technikredaktor mit Eidg. Berufsprüfung und Modul I.
Anmeldung zum 2-tägigen Seminar "Instruktionsvideo" via E-Mail bei Thomas Bucher.
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Wie kam es dazu, dass du dich hauptberuflich mit Instruktionsvideos beschäftigst?
Mein Hintergrund liegt im Ingenieurwesen, der technischen Kommunikation und im Film. Über viele Jahre habe ich erlebt, wie gross die Lücke zwischen hochkomplexen technischen Produkten und den Menschen ist, die sie nutzen sollen. Instruktionsvideos sind für mich die ideale Schnittstelle: Sie zeigen Abläufe so, wie Menschen sie tatsächlich erleben. Mit yntro habe ich mich bewusst darauf spezialisiert, weil ich gesehen habe, welches enorme Potenzial darin steckt. Unternehmen entlasten ihre Fachabteilungen, reduzieren Fehler und Reklamationen. Und Anwender:innen fühlen sich sicherer und besser begleitet.
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Wie hat sich die Bedeutung von Bewegtbild gegenüber statischen Bildern und Text in den letzten Jahren verändert?
Bewegtbild hat sich vom „Nice-to-have" zum zentralen Wissensmedium entwickelt. Technische Inhalte werden immer komplexer, gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, lange Texte zu lesen. Videos können Abläufe, Zeit, Ursache und Wirkung unmittelbar zeigen – das ist mit Text oder Bildern nur eingeschränkt möglich. Hinzu kommt: Videos sind heute jederzeit verfügbar, mobil nutzbar und lassen sich durch mehrere Text- und Sprachebenen international skalieren (Untertitel, Mehrsprachigkeit, Audiovarianten). Das alles hat die Bedeutung von Instruktionsvideos massiv verstärkt – gerade in Service, Schulung und Technischer Doku.
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Heute hat jeder ein Handy. Wie schätzt du die Videokompetenz des durchschnittlichen Handy- oder Digicam-Nutzers ein?
Die technische Hürde ist extrem niedrig geworden – viele Menschen können heute problemlos Clips aufnehmen. Die eigentliche Videokompetenz beginnt aber davor: Inhalte strukturieren, eine klare Botschaft vermitteln, Sicherheitsaspekte berücksichtigen und die Perspektive der Nutzer:innen konsequent mitzudenken. Genau dort liegt der Unterschied zwischen „ein Video aufnehmen" und „ein wirksames Instruktionsvideo produzieren". Und an diesem Punkt kommen technische Redakteur:innen ins Spiel: Mit ihrem strukturierten Denken und ihrem Verantwortungsbewusstsein sind sie ideal dafür geeignet, diese Rolle zu übernehmen – mit der passenden Weiterbildung.
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Was ist für dich das A und O für ein qualitativ hochstehendes Instruktionsvideo?
Der Mensch. Ein gutes Instruktionsvideo ist konsequent aus der Perspektive der Nutzerin oder des Nutzers gedacht. Dazu gehören klare Ziele, eine saubere nachvollziehbare Struktur, präzise Sprache, visuelle Klarheit und ein hohes Sicherheitsbewusstsein. Technisch perfekte Videos nützen wenig, wenn sie nicht verstanden werden, wichtige Inhalte fehlen oder falsche Erwartungen geweckt werden. Qualität heisst für mich: Das Video hilft Menschen im konkreten Nutzungskontext – zuverlässig, sicher und ohne Umwege.
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Inwiefern hält KI auch bei Instruktionsvideos Einzug?
KI verändert vor allem Prozesse: Übersetzungen, Untertitel, Voiceovers oder die Analyse von Nutzerdaten werden effizienter und skalierbarer. Das eröffnet spannende Möglichkeiten, Instruktionsvideos international und barriereärmer bereitzustellen. Die inhaltliche Verantwortung bleibt jedoch beim Menschen – also zu entscheiden, was gezeigt wird, wie es gezeigt wird und für wen. KI ist ein starkes Werkzeug, ersetzt aber nicht das Verständnis für Nutzer:innen, Kontext und Sicherheit – gerade in sicherheitsrelevanten Szenarien.
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Zur Person
- Florian Kadelbach ist Gründer und Geschäftsführer der yntro GmbH und arbeitet seit 2017 an der Schnittstelle von technischer Kommunikation und Bewegtbild. Mit yntro unterstützt er Unternehmen dabei, komplexes technisches Wissen verständlich, sicher und international zugänglich zu machen – mit Videoanleitungen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Inhalt des 2-tägigen Seminars "Instruktionsvideos"
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Im Seminar vermittelt Florian Kadelbach, wie technische Redakteur:innen Instruktionsvideos konzipieren, strukturieren und bewerten können – unabhängig davon, ob sie selbst filmen oder externe Partner steuern. Der Fokus liegt auf Nutzerorientierung, didaktischer Klarheit, typischen Fallstricken sowie praxisnahen Methoden, die sich direkt in den redaktionellen Alltag integrieren lassen.
Weiterer Modulinhalt: siehe Ausbildungsmodule.
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